Samstag, der 26.05.2018

Hätte ich nicht eine innere Kraft

Carl Lampert: „Hätte ich nicht eine innere Kraft…“. Leben und Zeugnis. Hrsg. von Susanne Emerich. Mit Briefen von Carl Lampert und diversen Beiträgen u.a. von Reinhold Stecher. Innsbruck u.a.: Tyrolia 2012. (128 Seiten, zahlreiche Abbildungen)

Wie verhält man sich in schwierigen Zeiten, wenn zunächst verdeckt, sodann immer offener das Bekenntnis zum Christentum im eigenen Lande gefährlich wird? Ein Beispiel dafür gibt Mons. Dr. Carl Lamprecht, Kirchenrechtler aus Göfis in Vorarlberg und Provikar der Apostolischen Administratur Innsbruck-Feldkirch zur Zeit des Hitlerregimes. Wiederholt intervenierte er gegen die Einschränkung der Kirche und der Seelsorge der Priester durch die die Gauleitung. Lamprecht wurde inhaftiert, in verschiedene Konzentrationslager gebracht, freigelassen, denunziert, neu inhaftiert und im Zuchthaus „Roter Ochse“ in Halle an der Saale hingerichtet. Berührend sind die Briefe Carl Lamprechts aus seinen schweren Stunden, seine inneren Kämpfe, sein Festhalten an Gott, der ihm in den dunkelsten Stunden Zuflucht und Trost bietet. Der Kreuzweg geht nun zur letzten Station (S. 109), schreibt er an seinem letzten Lebenstag.

Maria Dorninger