Donnerstag, der 16.08.2018

Die Christophorus Kapelle

Im nördlichen Teil der Pfarre St. Martin befindet sich auf der Höhe der Salzachseen, in der Fischergasse, gegenüber des Hauses Fischergasse 84, die Christophoruskapelle.

Christophorus KapelleAm Rande einer landwirtschaftlichen Grünfläche ist die Kapelle mit der offenen Vorderseite zur Fischergasse gewandt. Der weiße Mauerbau erhebt sich auf rechteckigem Grundriss. Das Satteldach ist mit Holzschindeln gedeckt und wird mit einem Kreuz gekrönt. Die Kapelle weist ein weit vorgezogenes, an der vorderen Giebelseite abgewalmtes Vordach auf. Unter der vorderen gewalmten Giebelseite ist das Datum „13.5.99“ in das Holz geschnitzt und erinnert an den Tag der Kapelleneinweihung. Der Vorbau wird von zwei geschnitzten Hölzern getragen und ist an den zwei Seiten bis auf die halbe Höhe gemauert. Diese sind mit einem Granitsims abgeschlossen. Die rundbogenförmige Figurennische wird mit einem geschwungenen Schmiedeeisengitter und einem innenliegenden Schutzglas vor Witterungseinflüssen geschützt.

Innerhalb der Kapelle ist auf der rechten Seite eine Gedenktafel angebracht. Auf der Messingtafel ist Folgendes eingraviert, und weist damit auf den Beweggrund, der Errichtung dieser Kapelle hin:

Ein Schicksalsschlag von großem Schmerz,
gab Anlass für dieses Werk.
Ein Verkehrsunfall nahm Ihm fast das junge Leben,
durch Gottes Wille wurde es zurückgegeben.
Zum Dank dafür an Gott den Herrn,
weihen wir dieses Haus zu seinen Ehren.
    

In der Figurennische befinden sich eine aus Holz geschnitzte Christophorus Statue, zwei Marienstatuen und zwei Kerzen. Die geschnitzte Holz Statue stellt den Hl. Christophorus mit dem Jesus Kind auf seiner Schulter dar.

 

Als Dank an Gott für die Genesung seines, bei einem Verkehrsunfall schwer verletzten Bruders Sebastian, errichtete Hr. Roman Kloiber, im Jahr 1999, in der Fischergasse, diese Dankeskapelle. Die Kapelle ist dem Schutzpatron der Verkehrsteilnehmer, dem Hl. Christophorus, geweiht.

 

Am 13. Mai 1999 um 11:30 Uhr nahm Pfarrer Msgr. Georg Neureiter, anstelle von Hr. Dechant Pfab, der kurz zuvor einen Herzinfarkt erlitten hatte, die Weihe der Kapelle vor. Die Lieferinger Fischermusik, die Lieferinger Prangerschützen und andere Lieferinger Vereine wirkten bei der Weihe mit. Im Anschluss an die Weihe wurde eine Agape gegeben.

Als Verbundenheit zur Familie Kloiber und als Dank an Gott, hält die Pfarre St. Martin jedes Jahr im Mai, bei der Christophorus Kapelle, eine Maiandacht ab.


 

Im Folgenden der Bericht über den Schicksalsschlag der Familie Kloiber aus dem Jahr 1999:

Am Sonntag den 17. Mai 1998 bekam ich die furchtbare Nachricht, dass mein jüngster Bruder Sebastian auf dem Weg von seinem Wohnort Abtenau Richtung Salzburg auf der Lammertal - Bundesstraße völlig schuldlos in einen schweren Verkehrsunfall verwickelt wurde.

Nach den ersten Berichten zufolge bestand keine unmittelbare Lebensgefahr, da vorerst „nur“ eine leichte Kopfverletzung diagnostiziert wurde. Sämtliche Brüche an den unteren Extremitäten heilen bei einem 27-jährigen relativ gut sagte man uns, und daher gab es eine vorübergehende Entspannung innerhalb meiner Familie.

Am darauf folgenden Tag wurde mir von meiner Mutter verzweifelt mitgeteilt, dass soeben die traurige Botschaft von der Krankenanstalt überbracht wurde, dass unser Bruder Sebastian um sein junges Leben ringt. Ein unverzügliches Erscheinen im Krankenhaus wurde vom zuständigen Primar der Unfallabteilung verlangt. Mit flauen Gefühlen begaben sich meine Mutter, die Frau von Sebastian und ich ins Krankenhaus, wo wir vom Arzt über den lebensbedrohenden Zustand unseres Angehörigen ausführlich informiert wurden.

Die Ärzte gaben Sebastian aufgrund eines plötzlich auftretenden Schlaganfalles nur eine geringe Überlebenschance und teilten uns zugleich mit, dass wir mit dem Allerschlimmsten zu rechnen haben. Der Arzt der Unfallstation sagte uns zum Schluss des Gespräches, dass ihm nur noch ein Wunder helfen kann. Zuhause musste innerhalb der Familie unter großem Schmerz das Thema Begräbnis diskutiert werden, welches unserer Familie durch den Tod unseres Vaters vor genau einem Jahr noch in trauriger Erinnerung war.

Während unseres Gespräches sagte ich spontan heraus: „Ihr werdet sehen, dass Sebastian überleben wird und dass er uns wieder mit eigner Kraft entgegengehen wird!“

Aus dieser emotional entstandenen Situation heraus versprach ich: „Wenn dieser Umstand eintreten sollte, werde ich aus Dankbarkeit irgendwo eine Kapelle errichten!“

Dieser Gedanke ließ mich einfach nicht mehr los.

Heute weiß ich es nicht mehr so genau. - war es nur mein Optimismus oder war es eine Eingabe, die mich zu diesem Versprechen veranlasste.

Durch die Großherzigkeit einer mir bekannten Lieferinger Landwirtschaft-Familie wurde mir von dieser ein geeignetes Grundstück zugewiesen, worauf ich die versprochene Kapelle errichten durfte.

Nach diesem furchtbaren Ereignis bin ich fest davon überzeugt:

- Wunder gibt es immer wieder -

Hr. Roman Kloiber
Text: Leitner Gerhard

Christophorus Kapelle 2